09.06.2026
Ende und Anfang. Eine Ausstellung in unserer Stadtkirche.
In der Stadtkirche Bad Lauchstädt wird vom 11. Juli bis 13. September eine Ausstellung zu sehen sein: „Ende und Anfang“.
Es ist eine Fotoausstellung. Sie wurde von der Friedensbibliothek der Evang. Kirche Berlin-Brandenburg entworfen und wird in unserem Kirchenkreis in verschiedenen Kirchgemeinden gezeigt.
„Ende und Anfang“ – die Ausstellung blickt zurück auf Deutschland in den Jahren 1943–45 sowie auf die Nachkriegszeit 1945–49.
Sie stellt die Fragen, die uns heute immer noch beschäftigen bzw. wieder vor uns stehen:
Wie war/ist so etwas möglich?
Wie konnte/kann eine Ideologie eine so große Macht entwickeln?
Wie konnte/kann ein ganzes Volk in einem Zustand von Lähmung und Erstarrung und duldender Zustimmung gefangen gehalten werden?
Das „Ende“: ein Krieg, der mit allen noch zur Verfügung stehenden Mitteln von Gewalt und Tod, Zerstörung und Mord, Verblendung und Durchhalteparolen zu verlängern versucht wurde. Aus heutiger Sicht muss man es vielleicht so ausdrücken: durchgehalten bis zum bitteren Ende. Noch im April 1945 ein Transparent vor Ruinen „Wir grüßen den ersten Arbeiter Deutschlands - Adolf Hitler" – was für eine Symbolik! Ob deren Doppeldeutigkeit damals gewollt war?
„Anfang“. Nach Kriegsende machte sich der tschechische Fotograf Jindrich Marco auf nach Deutschland und fotografierte die unmittelbare Nachkriegszeit: Bilder von Dresden, Leipzig, Berlin – später dann auch Budapest, London, Paris und Warschau.
Der Zeitraum von 1945–49 umfasst die Jahre des Aufbaus; ein Neubeginn, der Deutschland in eine bessere Zukunft führen sollte. Doch dieses Bestreben ging schon damals mit einer unfassbaren Verdrängung einher: Faschismus, Machthunger, Konzentrationslager, Massenmord, Eroberungen, Kriegsterror – niemand wollte mit den Verbrechen während der Nazi-Diktatur etwas zu tun gehabt haben.
Man habe das nicht gewusst. Man sei dafür nicht verantwortlich gewesen. Man habe nichts dagegen tun können.
Wie war/ist so etwas möglich?
Ich zitiere sinngemäß den Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel: Wenn überhaupt etwas dazu fähig ist, die Menschheit zu retten, dann ist es die wachgehaltene Erinnerung.
Am Samstag, 11. Juli, 16:00 Uhr, werden wir diese Ausstellung in unserer Stadtkirche eröffnen.